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Tagesarchiv für 18. April 2005

Kirche der Hoffnung

Montag, den 18. April 2005 um 8:48

Schon wochenlang starren viele auf die bunten Bilder aus Rom. In der Schweiz erlebt derzeit Bischof Kurt Koch ein irdisches Fegefeuer, das in der Gemeinde Röschenz angezündet wurde. Wem dient die Kirche, Gott, dem Volk oder nur sich selber?
Eine überraschende Antwort kommt aus Indien. Dort sind zwei Prozent der über einer Milliarde Inder Katholiken. Die katholischen Gläubigen sind zu zwei Dritteln Dalits, d.h. sie kommen aus der niedrigsten Kaste, die keinerlei politische oder andere Rechte hat. Der Klerus jedoch kommt ausschliesslich aus den machtvollen drei oberen Kasten, die nur 20% der Gläubigen stellen. Von 170 indischen Bischöfen sind nur sieben Dalits.
Wir brauchen dringend eine Analyse, wo die Schweizer Bischöfe herkommen.

Klaus J. Stöhlker

Neuer NZZ-Chefredaktor: Ist Martin Meyer gesetzt?

Montag, den 18. April 2005 um 8:13

Verabschiedet sich die rund um Zürich weltberühmte „Neue Zürcher Zeitung“ nun definitiv von der Realpolitik? Der bevorstehende Rücktritt von Chefredaktor Hugo Bütler wirft wenig Wellen, etwa genau so viele wie seine Leitartikel in den letzten 20 Jahren geworfen haben. Zur Erinnerung: Bütler wurde noch in der Zeit des Kalten Kriegs zum Chefredaktor bestimmt; sein Leistungsausweis bestand in der Berichterstattung über die Zürcher Jugendunruhen der Achtziger Jahre. Nun wollen die Gerüchte nicht verstummen, als sein Nachfolger sei Martin Meyer, jüngster Preisträger des Charles Veillon-Preises, gesetzt. Martin Meyer ist seit 1974 Feuilleton-Redaktor der „NZZ“ und seit 1992 dessen Leiter. Gerne schrieb er über Ernst Jünger und Thomas Mann. Nun sind wir gespannt, ob dem Jugendspezialisten der Zeitgeist-Philosoph folgt. Roger Köppel, Chefredaktor der „Welt“, wird verdächtig oft als externer Konkurrent des Insiders Meyer genannt. Ob der extrem vorsichtige VR NZZ diese Variante zulässt, darf bezweifelt werden.

Klaus J. Stöhlker

Warum bleibt die Bundeskanzlerin gelassen?

Montag, den 18. April 2005 um 8:09

Wenn Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz unter Freunden bei einem Service-Club wie Lions spricht, empfiehlt sie den Bürgern im Hinblick auf die Berner Politik „mehr Gelassenheit“. Frau Huber-Hotz hat gut reden: Unsere Chefbeamte beziehen Spitzensaläre, noch bessere Pensionen und dürfen während der Arbeitszeit oft Schönes tun, z.B. Vorträge halten. Der Schweizer Mittelstand finanziert dies; die Unruhe kommt von dort.

Dazu passen die jüngsten Budgetanträge der Regierung des Kantons Zürich: Für Rentenaufstockungen der Regierungsmitglieder wurden in den letzten 10 Jahren fast 10 Mio. Fr. bewilligt. Dafür wird bei der Kantonspolizei gespart, die weitere 200 Mitarbeiter abbauen soll. Alle Drogendealer und andere Gauner lassen danken.

Klaus J. Stöhlker

Montag, den 18. April 2005 um 8:00

Ueli Bremi, der am gestrigen Sonntag in der “Sternstunde” von DRS 1, befragt von Roger de Weck, zu sehen war, lernt nur langsam: Zweimal nannte er die Europäische Union (EU) noch “EG”, das war deren Vorgänger, die Europäische Gemeinschaft. Dann bestätigte er, dass sich das Schweizer Volk nicht verändert habe und übersah dreierlei:

- Die Zahl der Alten nimmt seit 20 Jahren überproportional zu

- Die Zahl der Ausländer ist auf weit über 20% angestiegen

- Die Zahl der Führungskräfte an der Spitze Schweizer Unternehmen und an Schweizer Hochschulen verändert sich immer mehr zugunsten ausländischer Führungskräfte und Wissenschafter. Das „Schweizer Interesse“, welches Bremi anmahnt, wird damit kleiner.
Was hat sich wirklich verändert?

- Die Schweizer Unternehmen investieren immer weniger im eigenen Land und schaffen bedeutend mehr Arbeitsplätze im Ausland. Bremi-Freund Ueli Forster, Präsident der économiesuisse, ist ein gutes Beispiel dafür: Seine Textilfirma hat kaum noch Arbeitsplätze im eigenen Land, dafürdie Produktion nach Osteuropa ausgelagert.

- Die Schweizer Konzerne zahlen im eigenen Land immer weniger Steuern und schwächen damit die nationale Finanzkraft.
Roger de Weck war, wie nicht anders zu erwarten, ein freundlicher Fragesteller. Er verhält sich, wie Bremi anmahnt und DRS vorschreibt, angemessen zurückhaltend. Bremi sagte es eleganter: „Diskussionen ja, aber nur mit einer Diskussionskultur.“

Klaus J. Stöhlker

 
     
     
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