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Monatsarchiv für April 2005

Lustige Literaten

Freitag, den 29. April 2005 um 15:23

Die heute 82jährige Aargauer Schriftstellerin Erika Burkart schwebt, durchgeistigt wie eine Baum-Elfe, durch die Landschaft. Sie widmet sich, unberührt von allen Konflikten, seit fast 60 Jahren dem Thema Liebe. Weil sie den Aargauer Autor Urs Faes förderte, lobt der sie nun: „Trotz allem was vorgeht. Ist unendlich viel in dieser Zeit.“ Schweizer Literatur? Haben Sie dies verstanden? Es handelt sich wohl um die Ausdruckswelt aargauischer Schwebegeister.

Klaus J. Stöhlker

In welcher Welt leben unsere Bischöfe?

Freitag, den 29. April 2005 um 15:12

Unsere katholischen Bischöfe leben in einer merkwürdigen Welt, die offensichtlich wenig Bezug zur Schweizer Wirklichkeit hat. Zwei Beispiele zeigen es:
-Norbert Brunner, Bischof von Sitten, ruft nach der Papstwahl auf, wieder die Schönschrift einzuführen, „um uns wieder an gewisse Wahrheiten zu erinnern“. Verhilft schöne Schrift zur Wahrheit?
-(Weih)-Bischof Peter Henrici, Chur, sagt, ein guter Christ könne die SVP nicht wählen. Die SVP reagiert auf solche Äusserungen ratlos.

Klaus J. Stöhlker

Neu: Ein Oswald Sigg-blog der Klaus J. Stöhlker AG

Freitag, den 29. April 2005 um 13:36

In der Rubrik „Politik“ unseres Weblogs werden wir ab sofort einen Oswald Sigg-Blog einführen und mit dieser Mitteilung eröffnen. Sigg ist es gelungen, auf seinem langen Marsch durch die Institutionen, auch mit der Hilfe von Bundesrat Dr. Christoph Blocher, zum Sprecher des Bundesrats zu avancieren. Hat er seine SP-Haltung wirklich abgeworfen; dies darf bezweifelt werden, sagte er doch nach seiner Ernennung: „Mich interessiert vor allem, wie die Entscheide (im Bundesrat) zustande kommen.“ Dieser Satz verrät, wohin der Alt-Linke wollte. Und er fährt fort: „Wir haben auch zwei SVP-Bundesräte – so weit ist es ebenfalls gekommen.“ Sigg hat ein schnelles Mundwerk. Es lohnt sich, ihm zuzuhören.

Klaus J. Stöhlker

Habemus Clown im Bundesrat

Freitag, den 29. April 2005 um 7:40

In einer merkwürdig gespreizten Sprache hat Bundesrat Moritz Leuenberger den derzeit längsten Alpentunnel eröffnet. Gespreizt deshalb, weil er mit „Habemus Tunnel“ ein irdisches Bauwerk in religiöse Höhen versetzen wollte. Es fällt auch auf, dass der sprachbewusste Magistrat seine natürlich hohe Stimmlage in Stresssituationen dann wieder findet. Woran liegt das? Offensichtlich ist es dem Sozialdemokraten aus dem bürgerlichen Zürcher Seefeld noch immer nicht gelungen, sich in diesem, einst Arbeiterumfeld richtig einzumitten. Jedenfalls distanzieren sich die Sozialdemokraten Oerliker Herkunft, wo vormals die Zürcher Fabriken standen, immer noch vom bürgerlichen Aufsteiger, dem der Geruch der Toskana-Fraktion anhängt. Kein Wunder, dass Moritz Leuenbergers Auftritte clowneske Farben haben.

Klaus J. Stöhlker

Grufti-TV im kommen

Donnerstag, den 28. April 2005 um 12:07

Weil das Schweizer DRS-Fernsehen in erster Linie von Gruftis gesehen wird, hat sich die geniale Schweizer Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre entschlossen, diesen auch ein Grufti-TV zu bieten. Unter der Leitung von Kurt Felix sollen Pepe Lienhard, Liselotte Pulver, Udo Jürgens und Tina Turner auftreten, dies nach dem Motto „Wer unter 60 ist, hat ohnehin nichts zu bieten.“ Die SRG trägt damit in verantwortungsvoller Weise der kommenden Überalterung der Schweiz Rechnung. Wer interessiert sich noch für die Jugend, deren Ausblick ohnehin von Jahr zu Jahr düsterer wird.

Klaus J. Stöhlker

Schweizer Fotograf – ein aussterbender Beruf

Donnerstag, den 28. April 2005 um 11:38

Die Schweiz, von Burri bis Venzago, hatte immer überdurchschnittliche Fotografen aufzuweisen. Jetzt ist es damit zuende. Es gibt in unserem Land nur noch eine Fotografenklasse. Wer die Matur hat, darf an die ehemalige Kunstgewerbeschule, um dort Kunstfotografie nach New Yorker Art zu erlernen.

Der Niedergang des Fotografenberufs setzte in den Neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein. Während zehn Jahre früher Schweizer Starfotografen in Menge zu finden waren, werden heute von den Verlagen junge „Knipser“ zu Billigstpreisen verbraucht. Es gibt ohnehin keinen Gesamtarbeitsvertrag mehr; die Profis leben von der Hand in den Mund. Gleiches Schicksal blüht der Schweizer Grafikerschule. Der Computer und die Auslandkonkurrenz machen eine stolze Schweizer Tradition zunichte.

Klaus J. Stöhlker

Dünner Filz

Donnerstag, den 28. April 2005 um 8:41

Daniel Eckmann, vormals PR-Berater von Kaspar Villiger, wurde zum stv. Generaldirektor der SRG ernannt. Sein Busenfreund Oswald Sigg, vormals massiver Linksaussen, wurde zum neuen Sprecher des Bundesrats ernannt. Nur Kenneth Angst, Wandelstern zwischen Villiger-Beratung und NZZ-Chefredaktion, fand noch keine feste Aufgabe. Jetzt hat ihn Doris Leuthard, Präsidentin der CVP Schweiz, zum Berater der CVP ernannt. Was sagt wohl Prof. Iwan Rickenbacher dazu, der letzte ernst zu nehmende CVP-Stratege? Ich sage: Der Berner Filz wird immer dünner, zunehmende Aktionitis ist angesagt.

Klaus J. Stöhlker

Mehr Corporate Governance in der Politik!

Mittwoch, den 27. April 2005 um 9:06

Ein Immobilienexperte betätigt sich als Gutachter und publiziert regelmässig. Seine Gattin ist Regierungsrätin des Kantons Zürich und steht der Baudirektion vor. Jetzt greift der Immobilienexperte das Fluglärmthema auf und kommt „unabhängig“ zu Schlüssen, welche seiner Gattin sehr wohl gelegen sind. Denn sie hat in Fluglärm-Entschädigungsfragen volle Führungsverantwortung im Kanton. Er stellt jeden Zusammenhang in Abrede.

Der Fall ist real. Vgl. den „Tages-Anzeiger“ von heute.

Selbstverständlich bestehen Zusammenhänge und selbstverständlich sind beide nicht mehr unabhängig. Hier lassen beide Akteure politische Sensibilität vermissen. Achtung: Dies ist kein FDP-Filzthema, wie vielleicht die SVP aufmüpft. Sondern es betrifft die Schweiz, die Kleinräumigkeit des Landes und unsere Naivität zu glauben, dass sich solches das Land weiter leisten kann.

Stephan Oehen

Calmy-Reys Potemkinsche Dörfer?

Dienstag, den 26. April 2005 um 16:29

Hat unsere sehr elegante Aussenministerin Micheline Calmy-Rey den Bewohnern von Sri Lanka nicht ein eigenes Dorf, gebaut mit Schweizer Geld, versprochen? Wann haben Sie das letzte Mal von diesem Projekt gehört? Die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann hat jedenfalls dem südindischen Dorf Pudupettai 55 Fischerboote komplett mit Aussenbordmotor, Netz und Paddel übergeben. Ausserdem hat dort der Bau von 150 Steinhäusern mit Mitteln aus der gleichen Quelle schon begonnen. Und Calmy-Rey? Sind ihre milden Gaben in Indien ebenso erfolgreich wie ihre Israel-Politik à la Genevoise?

Klaus J. Stöhlker

Europa der Konzerne

Montag, den 25. April 2005 um 15:40

Bei aller EU-Freundlichkeit stellt sich die Frage, wem die Europäische Union dienen soll. Im März produzierte die EU-Kommission ein Papier, worin vorgeschlagen wurde, künftig mehr die grossen Konzerne finanziell zu unterstützen, weil die kleinen Firmen von den Wind fall-Profits dieser leben könnten. Die KMU zu unterstützen, so die EU, bringe wenig.

Jetzt hat das Mitglied der Siemens-Konzernleitung Edward Krubasik in Brüssel vorgeschlagen, die Staaten mögen Firmen in finanzieller Schräglage nicht mehr unterstützen. Es lohne sich nur, die starken Konzerne zu fördern. Ich frage mich, wohin führt das.

Klaus J. Stöhlker

 
     
     
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