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Weblog "Early Bird"

Sind wir alle unglaublich naiv?

2. Dezember 2016 um 13:43

Die hoch talentierte Journalistin Natalie Wenger befragt den Schweizer Militärstrategen Albert A. Stahel: „Steht es wirklich so schlimm um die Welt?“ Stahel antwortet: „Die geopolitische Lage war selten so schlimm wie heute“, um nachzuschieben „Wir Schweizer sind unglaublich naiv.“

Die tatsächlich naive Journalistenfrage, wie wir sie auch andernorts wahrnehmen können, zeigt mehr die Schwächen des Schweizer Tagesjournalismus auf als alle engagierten Diskussionen zum gleichen Thema. Schweizer Verleger haben während Jahren kaum in die Aus- und Weiterbildung „ihrer“ Journalisten investiert; im Gegenteil, sie bauten solche Stellen im Rekordtempo ab. Was übrig bleibt, ist Tendenz- oder Billigjournalismus. Ansgar Gmür, der Direktor des Schweizerischen Hauseigentümerverbands, hat dies in der jüngsten Ausgabe seiner Verbandszeitung detailliert beschrieben.

Sind dies Ausnahmefälle? Auf keinen Fall:

  • Der Weltkonzern Nestlé erhielt im 2015 den Betrag von 35,4 Mio. Franken aus der Bundeskasse, damit es seine Produktion nicht aus der Schweiz abzieht („Schoggi-Gesetz“). Kleine Betriebe erhalten kaum etwas. Die Kosten für das Konzernlobbying in Bern bringen eine glänzende Rendite.
  • Der grüne Politiker Alec von Graffenried will Stadtpräsident von Bern werden. Als Berner Patrizier residiert er in einem Luxusschloss. Wer schreibt schon, dass viele Linksgrüne nichts anderes, chemisch ausgedrückt, als Abfallprodukte der bürgerlichen Gesellschaft sind?
  • Aus „sozialethischen Gründen“ kämpft der Zürcher reformierte Pfarrer gegen USR III. Er sagt nicht, dass die Zürcher reformierten Pfarrer die bestbezahlten der Welt sind.

Derlei Beispiele naiv-schizophrener Denkweise gibt es viele in unserem Land. Es ist ein Zeichen der Zerrissenheit, in welcher sich viele Menschen befinden. Die Realität wahrzunehmen, ist nicht jedermanns Sache.

Die Intelligenz des Schweizer Volkes nicht unterschätzen

29. November 2016 um 15:23

Weil unsere grossen Schweizer Medien uns eine Welt vorspiegeln, die in der Realität nicht existiert, lohnt sich immer wieder ein Blick auf die Leserbriefspalten, wo auch in der Schweiz viel frustrierte Intelligenz hie und da auftreten darf.

So in der „Zürichsee Zeitung“, einem heute unbedeutenden Regionalblatt im tamedia-Reich, das eine meist konservative Klientele bedient, die sich mit ihren Millionen und Milliarden am rechten Zürichsee-Ufer eingebunkert hat, Dr. Christoph Blocher allen voran, aber auch die Lehmänner und Schwarzenbachs sind dort zuhause, Milliardäre der besonderen Art.

Dort schreibt Hugo Bohny, ein vor dreissig Jahren sehr bekannter Bankier, am 26. November 2016, „nur ein Schuldenschnitt“ könne die Staaten der westlichen Welt aus der globalen Produktionskrise erlösen. Der Überhang eines globalen Finanz-Schuldenbergs von USD 152 Bio. sei der wahre Grund, weshalb die Zinsen derart tief seien. Bohny schlägt vor, 90% davon, USD 136 Bio., abzuschreiben. Angesichts eines Wertes globaler Immobilien von USD 684 Bio. müssten die Immobilienbesitzer auf ca. 20% dieses Wertes verzichten. Bohny: „Damit kann die Blockade der Weltwirtschaft gelöst werden.“

Bohny erinnert an die Schuldenschnitte von 1949 und 1953 in Deutschland und ruft 5. Buch Mose in Erinnerung, wo es heisst „Alle sieben Jahre sollst Du einen Schuldenerlass gewähren.“

Im Gegensatz dazu sagt Ricardo Garcia, Nationalökonom der UBS, aktuell: „Einige Staaten können sich noch mehr verschulden.“ Sicher meint er nicht das hoch verschuldete Japan oder die USA, die schon vor der Trump-Präsidentschaft pleite sind und es künftig noch mehr sein werden. Deutschland ist mit 82% des BIP (anstelle der von der EU vorgegebenen 60%) das „new normal“. In diesem Sinne solide sind die Türkei, Norwegen und Mexiko, aber auch die Schweiz und Dänemark.

Die Schweiz hat in den letzten Jahren 20 Milliarden an Schulden abgebaut, weshalb in Bern unsere Mittelinks-Fraktionen einen Verzicht auf die Schuldenbremse, wie sie in der Verfassung steht, fordern. Unser Parlament, National- und Ständerat, hat in diesem Jahr bereits 800 Mio. Franken mehr ausgegeben als gemäss Schuldenbremse budgetiert. Es wird sich zeigen, ob das Schweizer Volk sich dem Niedergang der westlichen Völker anschliessen will.

Schweizer Nonnen leiden unter Globalisierung

29. November 2016 um 15:21

Eine Hostie, den „Leib Christi“, lassen sich alte Leute vom Geistlichen gerne noch direkt auf die Zunge legen, während das jüngere Volk sie in der rechten Hand empfängt, um sie mit der linken Hand aufzunehmen und in den Mund zu befördern.

Jetzt klagen die Nonnen Schweizer Klöster, ihre eigene Hostienproduktion zu sieben Rappen das Stück ginge zurück, weil immer mehr Schweizer Pfarreien die Hostien zu zwei Rappen per Stück direkt in Italien oder Polen bestellen würden. Die von der römisch-katholischen Kirche gerne verdammte Globalisierung fasst offensichtlich auch in den eigenen Reihen Platz, indem das lokale Geschäft vernichtet wird.

Ganz unschuldig sind die hehren Schweizer Nonnen auch nicht, bildeten sie doch während Jahren ein Preiskartell, das von der Schweizer Bischofskonferenz auch noch legitimiert wurde. Betrug der Kartellpreis ursprünglich in der Schweiz 6 Rappen pro Hostie, wurde er auf Antrag des Benediktinerklosters Einsiedeln auf 7 Rappen erhöht, weil Einsiedeln höhere Personalkosten hat.

Die Geschäfte der so heiligmässig auftretenden Kardinäle, Bischöfe und Äbte waren mir schon immer unheimlich. Was sich unter „Marias Mantel“ auch in der Schweiz abspielt, darüber schweigt der fromme Mensch lieber.

Und beschütze uns vor der gelben Gefahr….

29. November 2016 um 15:19

Noch vor 50 Jahren wurde in Schweizer Schulen gebetet „Und beschütze uns vor der gelben Gefahr….“ Was damals eher von der römisch-katholischen Kirche als notwendig erachtet wurde, ist heute eine Realität. China hat mit einer Million Patentanträgen im letzten Jahr erstmals einen Weltrekord gebrochen: 40% aller Patentanträge der Welt werden in China gestellt.

Verschämt nehmen wir zur Kenntnis, dass die Chinesen auch in der Schweiz, von Deutschland und der EU gar nicht zu sprechen, bereits gegen 200 Firmen oder mehr besitzen. Sie kaufen sich mit einem Tempo in unser Land ein, das kaum überraschen kann.

Sind die Chinesen eine Gefahr? Höfliche Interpreten sagen, sie würden nur jenen Platz wieder einnehmen, den sie vor 800 Jahren schon einmal hatten, den als Zentrum der Welt. Später kamen die global expandierenden Europäer, an der Spitze die Engländer, welche die Chinesen unter Opium-Drogen setzten, um sie zu unterwerfen. Erst mit den Opium-Kriegen gelang es den Chinesen, sich wieder zu befreien. Mao Zedong erkämpfte die Unabhängigkeit, den Rest der Geschichte kennen wir.

Europa ist schwach geworden. Es hat sich den US-Amerikanern unterworfen, die uns als östliche Provinz betrachten. Alleine aus der Schweiz holen die globalen Konzerne, die Amerikaner zuerst, jährlich über 200 Milliarden Franken an Dividenden ab. Man kann nicht sagen, dass wir nicht auszunutzen sind. Alleine Craig Dougan, einst CEO der Credit Suisse Group, holte weit über 100 Mio. Franken aus der Schweiz ab und dies bei einer Null-Leistung.

Und jetzt die Chinesen.

Es ist schlimm, wie wir immer kleiner werden. Lohnt es sich eigentlich noch, für die Schweiz und Europa zu kämpfen? Derlei Fragen müssen wir uns stellen.

Unsere Politiker geben dazu keine Antwort. Sie haben keine Perspektive, sondern kämpfen im Unterholz. Das sollte uns Sorgen machen.

Fleisch, „Die allzu menschliche Lust“ nach Nietzsche

25. November 2016 um 10:07

Als wir noch echte Philosophen hatten, wie Friedrich Nietzsche einer war, schrieb er als junger Mann „Ein produktiver Geist muss Fleisch haben“ und liess sich auch im Alter Würste und Schinken von seinen beiden Schwestern auf seine Reisen nachsenden.

Jetzt haben wir nur noch Sekundär-Philosophen, wie Richard David Precht einer ist, der als Wiederkäuer grosser Gedanken seiner philosophischen Vorgänger dem Fleischgenuss absagen will und auf Laborfleisch wartet.

Natürlich esse ich schon lange keine Garnelen mehr, aber nicht, weil ich sie als „denkende Lebewesen“ (Precht) betrachte, sondern weil das Wasser, wo sie aufwachsen, meist verschmutzt ist. Natürlich esse ich gerne Eier und trinke Milch, beides tierische Produkte, ohne mir darüber Gedanken zu machen, ob ich damit Hühnern oder Kühen schade.

Der Mensch, ein Protein- und nicht ein Lignin-Verdauer, der Holz und Pflanzenstiele zu sich nimmt, ass in seiner Frühzeit leicht erreichbare Fleischprodukte. Sein Herz, die Muskeln und sein Hirn, ja sein ganzer Körper wuchsen seit der „Afrikanischen Lucy“ überproportional. Er begann die Tierwelt zu dominieren.

Erst 1782, als James Watt die Dampfmaschine erfand, um die menschliche Kraft zu ersetzen und zu erweitern, begann die Explosion der Weltbevölkerung. Damals, vor 234 Jahren, trug die Erde erst rund 100 Mio. Menschen.

Mit nur neun domestizierten Tiergattungen soll die Menschheit nun fleischlich am Leben gehalten werden. Von daher ist es kein Wunder, dass der heutige Konsum von Fleisch- und  anderer tierischer Produkte nicht geringer ist als früher und global sogar ansteigt.

Die jetzt auch in der Schweiz auf den Markt kommenden Alternativprodukte „Heuschrecke mit Mehlwurm“ bestätigen diesen Trend.

Ich empfehle dazu eine Flasche Cornalin von Provins und eine Cigarre von Heinrich Villiger, beides echt schweizerische Produkte.

Dann können wir auf die Vegetarier und Veganer anstossen und ihnen mit Nietzsche „Die menschliche, allzu menschliche Lust auf den Fleischgeschmack“ vorleben.

Übrigens: Der schwierigste Gedanke über Essen ist für einen Vegetarier der Verzicht auf ein Rinder-Rib-eye.

Sind die netten Reichen gefährlicher als die bösen Linken?

25. November 2016 um 8:58

Sitze ich in den Bänken christlicher Kirchen, bedrückt mich dort die Altersheim-Stimmung ebenso wie bei Veranstaltungen liberaler Organisationen, wo man sich mit Federn berühmter Wissenschaftler schmückt, die längst das Zeitliche gesegnet haben. Die religiösen und liberalen Ideologen tragen viel dazu bei, unsere schwankenden Gesellschaften zu stabilisieren, aber, wie es aussieht, nimmt ihr Einfluss weiter ab.

Im nächsten Jahr wird die Mont Pélérin-Gesellschaft, die oberhalb von Montreux ihren Sitz hat, 70 Jahre alt. Von dort kommt die Klage, im Kampf der Ideen seien die sozialistischen Intellektuellen in der westlichen Gesellschaft in der Übermacht. Der jetzt abgetretene Vorsitzende des liberalen Geheimbundes, Pedro Schwartz, hat den Kampf gegen den Kollektivismus neu ausgerufen.

Der westliche Kapitalismus hat mit Donald J. Trump, dem neuen US-Präsidenten, einen Anführer gefunden, dem weniger politische Reflexion als unternehmerische Wildheit frei nach Schumpeter zugesprochen werden darf. Ob er mehr zerstören als aufbauen wird, werden die kommenden zwölf Monate zeigen. Mindestens die Weltbörsen spenden lauten Applaus, einige Nebenbörsen einmal ausgenommen. Gleichzeitig bekennt sich aber China mehr denn je zum Sozialismus; soeben ist das Wort „Genosse“ wieder zur offiziellen Begrüssungsformel erhoben worden. Europa und die Europäische Union (EU) stehen etwas vertrottelt daneben, angeführt vom Brüsseler Hilflos-Trio Juncker, Tusk und Schulz, wobei der Pole Donald Tusk das Vertrauen seiner Regierung verloren hat und bald abtreten wird, und Martin Schulz einen neuen Job in Berlin sucht.

Wer sind denn diese Kapitalisten, die derlei politisches Chaos im Westen erst möglich machen? Nehmen wir als Beispiel die Schweiz:

  • Da wären die milliardenschweren Angehörigen des „Basler Daig“, die mit Hilfe einer rot-grünen Fraktion in der Stadt Basel regieren. Die Basler Roten sorgen gut für die Basler Superreichen.
  • Da wäre ein angesehener Zürcher Unternehmer, der soeben seine Firma nach Deutschland verkauft hat. Obwohl lange Zeit erfolgreicher bürgerlicher Politiker, schweigt er seit Jahren, „weil es sich so gehört“. Dabei stürzt seine liberale Partei seit 20 Jahren nur ab.
  • Da wären Grossbanker wie Oswald Grübel, die sich als Händler bewährten, aber keine Vision mehr für die eigenen Banken wie den Finanzplatz Schweiz entwickelten. Politik verstehen sie eigentlich nicht.
  • Da sind jene 0,26% der Schweizer Bevölkerung, die mehr als zehn Millionen Franken jährlich versteuern. Soweit sie selber oder ihre Kinder das Geld nicht vertun, widmen sich die wirtschaftlich erfolgreicheren unter ihnen nur einer Beschäftigung, der Vermehrung des Reichtums, auch wenn es Jahre gibt, wo dies schwer fällt.

Diese reichen Schweizer und Ausländer sind im persönlichen Umgang meist sehr nette Menschen, zuvorkommend und von einer glatten Höflichkeit, die nicht unangenehm ist. Doch eines fällt auf: Die Zeitspanne, in welcher ihre Aufmerksamkeit dauert, ist immer kürzer geworden. Wer nicht rasch aufzeigt, auf der gleichen Ebene zu denken und zu wirken, findet bei ihnen keinen Halt. Die Klassenzugehörigkeit, sei sie durch Rang, Geld oder individuelle Schönheit erkennbar, ist es, was zählt. Grosse Bankiers, Kirchen- und Ordensfürsten wie liberale Grossgeister unterscheiden sich darin kaum.

Und die so gefährlichen Linken? Sie sind, wie die Wahlen in den USA, Deutschland, Grossbritannien oder der Schweiz zeigen, höchst ungefährlich, nicht einmal „schampar unbequem“, wie es einst SP-Präsident Helmut Hubacher ausdrückte. Ob Christian Lévrat oder Cédric Wermuth von der Schweizer SP, sie jucken ein wenig im Nacken, aber ernsthaft weh tut keiner. Und linke Intellektuelle? Wer Lukas Bärfuss oder Pedro Lenz sieht und hört, staunt ob der Hilflosigkeit, mit welcher sie ihre sanften Forderungen vorbringen. Die Schweizer Linke setzt sich höchstens aus staatlich besoldeten und subventionierten Schwarmgeistern zusammen, die nicht die geringste Gefahr für den Kapitalismus darstellen.

Die netten Reichen halte ich daher für wesentlich gefährlicher als die bösen Linken, die ausser einer historisch verankerten Trotzhaltung wenig zu bieten haben. Die netten Reichen haben die Macht, aber sie wenden sie nur zögerlich an. Sie haben auch Angst und dulden daher nur solche Menschen um sich, die ihnen die Angst klein reden. Die netten Reichen halten sich Professoren, Think Tanks und liberale Vereine, damit die Idee nicht verloren geht, dass Freiheit etwas Schönes sein kann.

Was heisst das für jeden Einzelnen? Zuerst einmal zählt der Cash, ganz wie bei Donald J. Trump auch, der aus seinen Immobilienspekulationen den eigenen Wahlkampf – erfolgreich – finanzierte.“ No money – no Swiss“, das wussten Europas Fürsten und Könige schon vor 500 Jahren. Wir sollten diese Spielregel weiterhin gelten lassen.

Ist die finanzielle Basis gesichert, was oft als nicht hinreichend zutreffend gelten darf, sollten die berufliche wie private Basis gleichzeitig stabilisiert werden. Wer hoch hinaus will zu den sehr Reichen, darf nicht arm und unbedeutend sein. Finanzmanager, Immobilienhändler und Hoteliers neigen dazu, den eigenen Wohlstand höher zu bewerten als es der Wirklichkeit entspricht. Dies ist normalerweise eine lässliche Sünde, die aber gefährlich werden kann, überschreitet man seinen sozialen Rahmen.

Wie es sich kaum lohnt, viel Zeit mit Linken zu verbringen, um deren Schwärmereien zu lauschen, müssen die Grünen insofern berücksichtigt werden, als sie das Ergebnis des schlechten Gewissens vieler Reicher sind. Die rechts stehenden Liberalen wiederum vertrocknen jetzt wie Pflanzen im heissen Wind jener Wüsten, welche der Handelskapitalismus des Westens global hinterlässt.

Zweifellos sind wir jetzt wieder in die dunkle Zeit des frühen Winters eingetreten, wo es Lampen braucht, die uns den Weg leuchten. Ich schlage vor, wir bewegen uns weiter auf der rechten Wegseite, denn die linke Seite droht weiter abzurutschen. Dort wird niemand die Stürzenden halten.

Eliten ohne Rückhalt

15. November 2016 um 14:28

Welchen Rückhalt unsere Bundesräte im Volk haben, lassen wir für einen Augenblick auf der Seite. Es gibt bei uns keine vernünftigen Angaben zu diesem Thema – besser so.

Ganz anders in Deutschland. Dort soll Frank-Walter Steinmeier neuer Bundespräsident werden; die Medien beeilen sich, dies zu loben. Sonst gibt es wohl keine Plätze im Staatsflugzeug bei Auslandbesuchen.

Ganz anders das deutsche Volk. Es gibt dem, wie die Medien schreiben, „so beliebten“ amtierenden Aussenminister nur 2,3 von möglichen fünf Pluspunkten für gute Amtsführung. Berauschend ist dies nicht.

Der weltbeste Finanzminister, Wolfgang Schäuble, erhält sogar noch weniger: 1,7 Punkte. Das ist eher ein Signal der Unzufriedenheit mit seiner Sparpolitik.

Angela Merkel, Europas Pol gegen Donald Trump, muss sich mit knappen 1,6 Punkten zufrieden geben. Man könnte sagen, die Deutschen sind mit ihr wenig zufrieden.

Sigmar Gabriel, der SP-Vorsitzende, der sie im Kanzleramt ablösen will, erhält 0,5 Punkte, was jeden weiteren Aufstieg des deutschen Vizekanzlers verbietet. Ausser den Berliner Journalisten weiss niemand, was Gabriel wirklich taugt.

Und Horst Seehofer liegt mit 0,3 Punkten am Schwanz; tiefer geht es fast nimmer. Der Held aus Bayern scheint keinen wirklichen Leistungsnachweis zu haben, meinen mindestens die Deutschen.

Und sonst? Die US-Eliten sind gerade im Ansturm von Donald Trump untergegangen. Wer für Hillary war, hat Millionen vergeudet. Nur einige anarchistische Silicon Valley-Milliardäre, die Donald Trump finanzierten, warten nun auf neue Wunder aus Washington D.C. Die Ostküsten-Elite ist auf jeden Fall blamiert. Taugen die neuen Eliten mehr? Zweifel sind angebracht.

Wie es aussieht, haben es die westlichen Eliten schwer mit ihren Völkern. Die französische Elite hat sicher auf der Spitze des Mont St.Michel Platz und ob Italien überhaupt noch eine Elite hat, darf als fragwürdig gelten. In England zählt sich natürlich Boris Johnson, der amtierende Aussenminister, weiterhin zur Elite. Ob sein trumpesker Auftritt dies rechtfertigt?

Zurück zur Schweiz: Nach Höhenmetern berechnet, dürfte keiner unserer Bundesräte ein echter Dreitausender sein. Hoffen dürfen wir, denn die Alpen heben sich zwei Millimeter im Jahr, einer davon erodiert sofort – ganz wie im politischen Bern.

Die liberalen Medien sind an Trump gescheitert

11. November 2016 um 15:19

Niemand hat es besser formuliert als Sascha Batthyany, der USA-Korrespondent von tamedia: „Aber die meisten Journalisten sind Rudeltiere und halten sich in derselben liberalen Blase auf. Trump-Fans wurden ignoriert; die Reporter haben ihnen möglichst dumme Quotes aus der Nase gezogen.“

Der Begriff der „Lügenpresse“ findet in einer solchen Haltung seinen Ursprung. In der Folge, schon Dr. Christoph Blocher hat wenig von Journalisten und Meinungsforschern gehalten, hat auch Donald J. Trump Journalisten als „erbärmliche Menschen“ beschimpft. Eigentlich hat dies Peter Hossli von Ringier, ein erfahrenes „old horse“ des Schweizer Journalismus, nicht verdient, aber auch er wurde ein Opfer seiner Denkgewohnheiten und einer Haltung im Haus Ringier, die ein Lob der Rechten nicht erlaubt.

Die liberale City-Schickeria hat in den USA wie in der Schweiz eine grosse Niederlage erlitten. Es war der gerade bei Journalisten weitgehend verhasste Roger Köppel, der vier Tage vor der Wahl mailte: „Trump siegt.“ Es ist ein Schelm, wer dies nicht als seriöses Urteil versteht, aber wer gibt schon gerne zu, seine Aufgabe der korrekten Berichterstattung verfehlt zu haben?

Katastrophal falsch war auch die SRF-Direktberichterstattung aus den USA, aber wen wundert dies? Roger de Weck und TV-Direktor Ruedi Matter haben dort eine Haltung implementiert, die weithin der Irreführung der Zuschauer nahe kommt. In der Folge wusste auch ich nicht wirklich, wer am Wahltag der Sieger sein wird. Meine Annahme war, siegt Hillary, werden wir mehr Kriege haben, z.B. den von ihr angekündigten Raketenzaun rund um China; siegt Trump, ist das Chaos programmiert. Beide sind schlecht für Europa, denn die Kassen der USA sind mehr als leer. Die unersetzliche Weltmacht ist pleite.

Die überhebliche Haltung vieler Schweizer Journalisten ausländischen Regierungen gegenüber, kommt im Votum von Marcel Anderwert, SRF-Sonderkorrespondent, zum Ausdruck: „Aber lasst uns dem Neuen doch zuerst Mal eine Chance geben.“ Marcel Anderwert will dem mächtigsten Staatschef der Welt „eine Chance“ geben! Donald Trump wird sich freuen. Diese Anderwert’sche Haltung völliger Überschätzung der eigenen Bedeutung beruht auf der Inselsituation der Schweiz – wir wissen es besser als alle anderen, denn wir sind seit 700 Jahren da, sind reich, urban, „in“ und ohnehin kaum angreifbar. Hillary Clinton und die sie finanzierenden Millionäre und Milliardäre waren noch Stunden vor dem Entscheid der Wähler der gleichen Meinung. Es gab ein bitteres Erwachen.

Wir, die wenigen, die mit Bildung, Zeit und den notwendigen Finanzmitteln ausgestattet sind, sollten künftig mehr denn je auch ausländische Medien deshalb lesen, weil sie souveräner als viele Schweizer Medien rapportieren. Jetzt, wo vieles unklar und unsicher ist, müssen wir auf intelligente „Aussenseiter“ hören, deren andere Weltsicht morgen vielleicht die einzig richtige ist.

Schweizer Finanzplätze sterben ab

4. November 2016 um 10:44

Eric G. Sarasin selber, letzter Erbe eines grossen Basler Bankiernamens, schreibt in der „Basler Zeitung“, bei Basel handle es sich um einen untergehenden Finanzplatz. Die Nichtbasler Privatbanken, welche sich in Hoffnung auf Geld aus dem Basler Daig angesiedelt hätten, seien alle defizitär.

Wirklich schade, denn Alfred Sarasin war mehr als ein grosser Privatbankier, sondern auch Unternehmer und Staatsmann, dessen Reden bejubelt wurden. „Barfuss-Bankier“ Robert Jeker, der so genannt wurde, weil er aus dem sozialen Nichts kam, war ein liebenswürdiger und gescheiter Mensch, dem man gerne folgte.

Basel am Ende und Genf nicht weit davon entfernt, das sind Realitäten. Wie ich mich bei einem Besuch in Lugano vergewissern konnte, ist dort auch nicht mehr viel von grossen Banken zu sehen. Der Verkauf der BSI an die griechische EFG wird dort allseits bedauert. Ob der schöne BSI-Sportclub in Lugano-Cadro diesen Merger überlebt, wird sich zeigen. Bekanntlich entstand auf dem Zürcher Edelsportgelände der Credit Suisse dann der Hauptsitz der FIFA.

Der Finanzplatz Schweiz stirbt zügig ab. Die Banken in ihrem ungenügenden Selbstverteidigungs-Modus bauen auch in Zürich laufend Personal ab oder siedeln zentrale Funktion nach Polen oder Indien aus. Im Tessin zahlen die Unternehmer des „Textil Valley“ schon mehr Steuern als die Tessiner Banken und die Basler Pharmakonzerne verwalten mehr flüssige Mittel als die Basler Banken.

Pierin Vincenz war der letzte grosse Sprecher des Finanzplatzes Schweiz. Niemand sonst scheint die Bildung und den Willen zu haben, mannhaft für ihn einzutreten. Herbert J. Scheidt, einst Deutscher, jetzt Schweizer, wurde zum neuen Präsidenten der Schweizerischen Bankiervereinigung gewählt. Ein gebürtiger Schweizer kam nicht mehr infrage.

Die EU-Elite kann es nicht

31. Oktober 2016 um 16:29

Der deutsche Vizekanzler fliegt mit deutschen Unternehmern nach China, um den Chinesen mehr deutsche Produkte zu verkaufen. Gleichzeitig macht Gabriel deutlich, er wolle auf keinen Fall mehr deutsche Firmen an die Chinesen verkaufen. Boing!!! Günther Oettinger, Deutscher, gerade beförderter  „erster Kommissar“ der EU, nennt gleichzeitig in einem öffentlichen Vortrag die Chinesen „Schlitzaugen“. Das ist blanker Rassismus nach Kaisers Art.

Das EU-Trio Infernal Juncker, Tusk und Schulz hat in der Führung des 550 Mio. Menschen tragenden Supertankers seit Jahren versagt. Günther Oettinger, „die schwäbische Kalaschnikow“, passt in diesen Club. Wer sagt, wir Europäer hätten bessere Führer als die vor dem Wahlendspiel stehenden Amerikaner?

Ich denke, das sind Endzeit-Erlebnisse. Es kann nur schlimmer werden.

 
     
     
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