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Weblog "Early Bird"
17. Mai 2013 um 10:00
Natürlich glaubt nur die FDP-Spitze, dass sie mit Philipp Müller als Parteipräsident die nächsten Wahlen im 2015 gewinnen wird. Sie muss es glauben.
Wie meine persönliche Umfrage zeigt, glaubt sonst niemand an einen Wahlsieg der „FDP. Die Liberalen“. Die klein gewordene Partei ist nicht in der Lage, ihre kantonalen Truppen zu sammeln; jeder sucht die Rettung für sich.
Christophe Darbellays CVP ist weiterhin auf dem Rückzug. Er schätzt es nicht, seine Partei mit einem schrumpfenden Walliser Gletscher verglichen zu sehen; leider ist es so. Bundesrätin Doris Leuthard, die eine unausgegorene Energie-Revolution ausgelöst hat, sieht sich nun einem Schweizer Volk gegenüber, das die Kernenergie bereits wieder zu lieben beginnt, wie DemoScope herausgefunden hat.
Toni Brunner, Präsident der SVP, freut sich über die kantonalen Erfolge seiner Partei. Er vergisst, dass Oskar Freysinger, der im Walliser Grossen Rat neun zusätzliche Mandate gewonnen hat, alles andere als ein “Blocherist“ ist. Die SVP, obgleich von den Grossbanken geliebt, ist im Inneren instabil. Das ist kein gutes Signal für die Zukunft.
Wenn linke und grüne Parteien Gewinner in einer solchen Situation sind, zeigt dies nur den Zerfall des Schweizer Bürgertums. Ganz wie in Italien, wo ein Beppe Grillo die Wähler verwirrte, oder in Deutschland, wo nach den zusammen brechenden „Piraten“ nun die „Alternative für Deutschland“ die Manager der klassischen Parteien beunruhigt, steht auch unser Land vor neuen Entwicklungen. Der Aufstand der B-Schweiz gegen die Interessen der global erfolgreichen A-Schweiz ist ein Signal dafür, dass die Konzerne, Anwalts- und Treuhandkanzleien, deren Berater und Politikerfreunde, bisher nicht verstanden haben, dass wir in ganz Europa inmitten einer Grundwelle bürgerlichen Missmuts stehen. Die Schweiz ist davon nicht ausgenommen.
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13. Mai 2013 um 8:10
Im finanziell ohnehin angeschlagenen Kanton Bern, der von den reicheren Kantonen jährlich mit Zuschüssen von über 1,2 Milliarden Franken am Leben gehalten werden muss, nimmt man vieles nicht so ernst. Obwohl der Kanton 2015 auch einen Nationalratssitz verlieren wird, weil die Bevölkerung der einst reichsten Stadt nördlich der Alpen einfach nicht im gleichen Tempo wachsen will wie die anderer Kantone, gibt es bisher weder in der Stadt Bern noch im Kanton eine echte Zukunftsplanung, welche diesen Namen verdient. Der Stadtberner Finanzdirektor Alexandre Schmidt weigerte sich sogar, die Direktionen der Berner Regierung einer Analyse unterziehen zu lassen und musste vom eigenen Parlament in dieser Sache überstimmt werden.
Nun erschüttert ein neuer Schlag das soziale Gefüge der Bundeshauptstadt: Artur K. Vogel, der Chefredaktor des „Bund“, der staatstragenden liberalen Tageszeitung aus dem Haus tamedia, nimmt eine Auszeit. Daher liess er seine Leser wissen, bis zu seiner Rückkehr im Juli gäbe es keine samstäglichen „Perspektiven“ mehr aus seiner Feder.
Braucht Bern Perspektiven? Oder sind alle bereits verbraucht?
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6. Mai 2013 um 10:00
Abt Martin Werlen, der das Kloster Einsiedeln in zehnjähriger Arbeit saniert hat, verdanken wir den schönen Satz von der „Ent-täuschung“, die notwendig sei, um sich von einer Täuschung zu befreien. Das gilt auch für den derzeitigen Krieg um das Schweizerische Bankgeheimnis. Joachim Gauck, der deutsche Bundespräsident, hat Hunderttausende Schweizer Bankkunden mit dem Satz an den Pranger gestellt „Wer Steuern hinterzieht, verhält sich asozial.“ Gemeint war Ueli Hoeness, der beste Fussballmanager in Deutschland, der gerne tut, was Millionen anderer auch gerne tun: „An der Börse spielen – zocken.“ Ob Gauck ob seiner pfarrherrlichen Vergangenheit den Deutschen als Bundespräsident wirklich etwas bringt oder er nur das Schäumchen über dem bitteren Inhalt ist, werden wir in 2-3 Jahren wissen. Täuscht er? Wird er die Deutschen eines Tages „ent-täuschen“? Es braucht Zeit, derlei zu entdecken. Dr. Konrad Hummler, einen Bankier, den wir nicht vergessen sollten, sagte jedenfalls: „Steuerhinterziehung ist Notwehr“, womit er so unrecht nicht hatte, wenn man sieht, wie die Normalos unter den EU-Bürgern von ihren Regierungen enteignet werden.
Dies gilt auch für Margaret Thatcher, die in den Schweizer Medien, fast ohne Widerspruch, zu einer Art Halbgöttin der freien Marktwirtschaft stilisiert wurde. Dass sie eine besondere Frau war, die andere dank ihrer Entschlossenheit leicht in den Senkel stellen konnte, ist nicht zu bezweifeln. Wer sie jedoch nur lobte, sollte auch berücksichtigen, dass sie es als ihren eigentlichen Traum bezeichnete, jeden Briten via Privatisierung zu einem Eigentümer zu machen. Dies ging bei ihr schief wie in Deutschland mit der Privatisierung der Telecom, bei welcher die deutschen Jungaktionäre, verführt von einem populären Schauspieler, Hunderte von Millionen verloren. In meiner Sprache handelte es sich dabei um eine Public Affairs-Botschaft, die dazu diente, wohlhabenden Minderheiten Zugriff auf Staatseigentum zu verschaffen. Auch in Osteuropa versprach man dem breiten Volk nach 1988 Eigentum, das dann in den Tresors der Oligarchen landete.
Weder Abraham Lincoln noch Ronald Reagan erfanden die auch Margaret Thatcher zugesprochene Formulierung „You cannot strengthen the weak by weakening the strong“, sondern es war der heute vergessene William Boetcker, ein Anti-Gewerkschaftskämpfer, der im Jahr 1916 das Pamphlet verfasste „The Ten Cannots“ (eine hübsche Erinnerung an das „Yes, we can“ des amtierenden US-Präsidenten Barack Hussein Obama resp. seines Ghostwriters).
Thatcher war es auch, die den „freedom fighter“ Augusto Pinochet bis zuletzt unterstützte. Dass er tausende von Chilenen umbrachte, misshandelte und ins Ausland trieb, spielte bei der „Eisernen Lady“ keine Rolle.
Sie war es auch, die sich nie vom südafrikanischen Apartheid-Regime distanzierte. „The right of individuals to run their own lives“, welches sie propagierte, galt nur selektiv, aber auf keinen Fall für dunkelhäutige Südafrikaner. Wer Sektion 28 der englischen Gesetzgebung liest, erfährt, dass es zu ihrer Zeit Lehrern verboten war, Homosexualität auch nur zu erwähnen.
In ihrer ersten Phase war sie eher eine Karikatur des „British Empire“, das seinen Höhepunkt nach zwei Weltkriegen längst überschritten hatte. In ihrer zweiten Phase wurde sie zur aus Indien importierten Göttin Kali, die ihr eigenes Volk frass. Kein Wunder, dass sie dann von der eigenen Partei zum Rücktritt gezwungen wurde.
Sie ruinierte den Industriestandort England und Wales, weil sie ganz auf das Erdöl aus der Nordsee setzte, das heute bereits wieder versiegt. Dankbar dürfen ihr nach dem „Big Bang“in London nur die Bankiers und Finanzspezialisten sein, die seither ihr volles Potential entwickeln durften.
Dies alles haben die Schweizer Medien, von rechts nach links, kaum eine Zeile für wert befunden. Wie soll das Schweizer Volk, das teure Zeitungs-, Radio-und TV-Abonnements bezahlt, nur werten, wenn es immer nur eine Hälfte der Wahrheit erfährt?
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6. Mai 2013 um 8:20
Wer nur als wirklich wahrnehmt, was er zu verstehen glaubt, wird oft falsch liegen.
Die USA, in Afghanistan im Kampf gegen die Al Kaida gescheitert, ist in Syrien zum Verbündeten der Kaida geworden. Sie unterstützen die sunnitischen saudischen und katarischen Herrscher, welche den weltweiten Kaida-Terror finanzieren, gegen den Alawiten Baschar-al-Assad. Über Hamid Karsai, den Herrscher Afghanistans, hat der CIA mit gefüllten Geldkoffern die aufständischen Regionalfürsten unterstützt, die manche der Al Kaida zurechnen, andere „nur“ afghanische Nationalisten nennen. Nur mit Mühe konnte in den letzten zehn Jahren die immer wieder geäusserte Vermutung bekämpft werden, die Al Kaida habe mit Wissen amerikanischer Geheimdienstkreise die beiden Türme des World Trade Centers in NYC zum Einsturz gebracht, dies als Vorspiel des folgenden Einmarsches der Amerikaner in den Irak. Immerhin war auch Osama bin Laden lange Zeit ein Mitarbeiter von US-Geheimdiensten, ehe er sich operativ verselbständigte, was auch für Saddam Hussein zutraf.
Wer meint, in der Europäischen Union (EU), deren Passivmitglied die Schweiz ist, seien die Dinge klarer, irrt ebenso. Seit nunmehr gut fünf Jahren taumeln die EU-Staaten in Varianten dem Bankrott entgegen, entgehen ihm wieder, erholen sich, um denn, wie derzeit Frankreich, erneut am Abgrund zu stehen. Was geschieht wirklich? Diese Krise ist ein gewaltiger politischer Gestaltungsprozess, der die zentralen Funktionen der EU-Behörden und Aufsichtsorgane zu Ungunsten nationaler Machtträger stärkt. Europa wächst in der Krise zusammen, nimmt Aussenseiter, wie die Schweiz, unter Druck und stärkt seine leistungsfähigen Konzerne im Kampf um Weltmarktanteile. Die Volksrechte werden von Beauftragten der EU mit Füssen getreten (Griechenland, Italien, Zypern etc.), der Mittelstand wird in die Armut getrieben.
Ob die Schweiz sich als „Insel der Seligen“ von diesen Prozessen lösen kann, ist fraglich. Immerhin haben die vereinten amerikanisch-europäischen Bemühungen den Finanzplatz Schweiz zerstört. Gegen 70 000 Schweizer Bankkunden wurden ihren nationalen Steuerbehörden ausgeliefert, was man wohl als eine der merkwürdigsten Marketingaktionen des Finanzplatzes bezeichnen kann.
Schon LaoTse formulierte im Tao-te-King: „Der Name, den Du aussprichst, ist nicht der Name.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert.
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29. April 2013 um 7:45
Der reichste Chinese, Zong Quinghu, ist stolz darauf, seine Karriere als Verkäufer von „ice cream“ begonnen zu haben. Er war auch ein Teilnehmer der Mao’schen Kulturrevolution. Das erinnert daran, dass Peter Brabeck-Lethmathé, der österreichische Präsident des Verwaltungsrates von Nestlé, als Eiskrem-Verkäufer in Lateinamerika begonnen hat. Der CEO des Novartis-Konzerns, Joe Jimenez, hat seine Karriere als Verkäufer von Hamburgern begonnen; mindestens die Legende sagt dies.
Immerhin ist Philipp Müller, der Präsident der FDP Schweiz, als Gipser ins Berufsleben gestartet und Etienne Jornod, der neue Präsident des Verwaltungsrats der NZZ, hat seine Karriere als Drogist begonnen. Was bedeutet dies?
Wir sollten die Karrieren via Uni St. Gallen und MBA’s nicht zu hoch bewerten. Am Ende entscheidet die Fähigkeit, die richtigen Entscheide zu treffen. „Mr. IceCream“ sollte nicht unterschätzt werden. Die Komplexität der Geschäftswelt lässt sich auf die Tatsache reduzieren: Billig einkaufen, teuer verkaufen.
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25. April 2013 um 12:32
Die konservative Schweiz, angeführt von verängstigten Parteipräsidenten, verfällt in einen Verteidigungskrampf, dessen bester Ausdruck die Anrufung der Ventilklausel ist. Diese Form von Illusionspolitik geht davon aus, dass das Schweizer Volk Angst vor Veränderungen hat und im globalen Verteilungskampf benachteiligt wird. Es ist ein hoffnungsloses Beginnen, denn unter dem Druck des Wettbewerbs lösen sich unsere Strukturen aus dem 20. Jahrhundert auf:
- Der Wirtschafts-Dachverband économiesuisse konnte vor einem Auseinanderbrechen von Banken und Industriefirmen nur knapp gerettet werden, was aber den Austritt des Dachverbandes der Schweizer Uhrenindustrie nicht verhinderte. Der neue Präsident, Rudolf Wehrli, gilt nach wenigen Monaten im Amt bereits als angeschlagen.
- Santésuisse, die Vereinigung der Schweizer Krankenkassen, ist soeben auseinander gebrochen. Die Erwartungen der grossen Mitglieder laufen auseinander; eine Neugründung ist angesagt.
- Die Schweizerische Bankiervereinigung, deren Bedeutungslosigkeit bei der erfolglosen Verteidigung des Schweizer Bankgeheimnisses offensichtlich wurde, ist nur noch oberflächlich eine Einheit. Dr. Pierin Vincenz, der CEO der Raiffeisen-Gruppe, betreibt längst eine eigene Lobbying-Einheit zur Verteidigung der Interessen jener Banken, die in erster Linie auf den Schweizer Binnenmarkt ausgerichtet sind.
Wer glaubt, die Schweiz verändere sich nicht, unterliegt einem Grundlagen-Irrtum. Es sind in jedem Fall die grossen Konzerne, die mehr denn auf die eigene Kraft setzen als auf die Verbindung mit anderen Unternehmen, die im Wettbewerb auf Dauer ohnehin kaum mithalten werden. Meistens dienen die einfachen Mitglieder nur noch als Deckung für die grossen, weshalb die économiesuisse in letzter Zeit vermehrt darauf hinweist, dass sie auch über 100 000 KMU vertritt.
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22. April 2013 um 8:00
Hinter dem harmlosen Namen „Schweizer Institut für Auslandforschung“, das an der Universität Zürich Gastrecht geniesst, verbirgt sich eine der anspruchsvollsten Institutionen der Stadt Zürich, ja der ganzen Deutschen Schweiz. Dort stellt Martin Meyer, der vielfach ausgezeichnete und zunehmend legendäre Feuilleton-Chef der „Neue Zürcher Zeitung“, seit Jahren die „crème de la crème“ der westlichen Geisteswelt vor. Finanziert von der Elite der Schweizer Konzerne, ist es das Ziel der Anlässe, der Geld- und Geistesaristokratie der Handelsstadt Zürich intellektuelle Massstäbe zu vermitteln.
Weil Zürich in besonderem Masse unter dem Einbruch des Finanzplatzes leidet und die heimische Bevölkerung erstaunt bis befremdet den Einzug arabischer, südafrikanischer, indischer und asiatischer Unternehmer und Spitzenmanager erduldet, wurde der Auftritt von Prof. Dr, Hermann Lübbe in besonderem Masse erwartet, der 20 Jahre, bis 1991, an der Universität Zürich Philosophie lehrte. Der leptosom-fragile Referent, Jahrgang 1926, trug mit seiner Löwenstimme eine Zeitbetrachtung vor, die an Optimismus kaum zu überbieten war. Als engagierter Gegner aller Radikalismen, sei es von Karl Marx oder Sigmund Freud, gab er dennoch zu bedenken „Der Grenznutzen des Fortschritts nimmt ab.“ Angesichts der hier selten vernommenen Denk- und Formulierungseleganz des immer noch brillanten Gastes verharrten die Gäste atemlos.
„Die Schweiz wird am Sitz der EU ebenso bewundert wie als unheimlich empfunden“, belehrte er seine Schweizer Ex-Studenten, die heute als Professoren an den Universitäten, im diplomatischen Dienst und in den Edelmedien zu finden sind. Die zunehmende Einkommensungleichheit sei nur dann problematisch, wenn der Verdacht vorliege, die Begünstigten hätten dies durch Beeinflussung erwirkt.
Lübbe, ein grosser Anhänger schweizerischer Staatskunst, gab sich überzeugt: „Gleiche Bürgerrechte werden universell kommen.“ Gastgeber Martin Meyer, dessen beharrlicher Überzeugungskunst derlei Auftritte zu verdanken sind, bestätigte versöhnlich: „Alles erneuert sich.“ Es war, nach einem gelungenen „Sechselüüte“ eine Woche zuvor, einer jener selten gewordenen glücklichen Vorabende, wo man die traurigen Ereignisse an der Börse und im Goldhandel vergessen konnte.
Lübbe sei Dank!
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19. April 2013 um 7:45
Deutschland wird jeden Monat reicher, während die meisten anderen EU-Staaten laufend ärmer werden. Die Haushalte von Bund und Ländern sind im Begriff, sich in grossem Tempo zu entschulden, weil in Deutschland die Steuereinnahmen aufgrund der Exporterfolge so hoch sind.
Während die Südstaaten der EU pleite oder politisch führungslos sind, in Grossbritannien, ausser in der City of London, wirtschaftlich alles auf null steht und das Volk verarmt, geht auch Frankreich an Krücken. Drei europäische Staaten können mit Deutschland mithalten: Polen, die Türkei und die Schweiz. Die türkische Regierung will mit 90 Mio. Moslem in die EU, die Schweiz mit acht Millionen Einwohnern will dies nicht.
Die EU in Brüssel, eine Organisation zur Förderung der grossen europäischen Konzerne und deren Exportinteressen, setzt derweil die unbotmässigen Randstaaten, wie die Schweiz, unter Druck. Während England seine Steuerhinterziehungs-Insel auf Zusehen noch behalten darf, haben Österreich und die Schweiz das Messer an der Kehle. Liechtenstein wie Luxembourg haben aufgegeben und passen sich dem Brüsseler Diktat ein.
Nun hat Brüssel die Grenzen auch für die 50 Tonnen schweren Superlastwagen meist deutscher Herkunft öffnen lassen. Wer glaubt, diese unsere Strassen zerstörenden und den Verkehr gefährdenden Monster würden bei uns ein Einreise- und Durchfahrtverbot erhalten, irrt. Wie Brüssel verlauten lässt, hat man die Fenster der Führerkabinen noch vergrössern und die Ecken der Superlaster abrunden lassen, damit 300-500 Verkehrstote, „vor allem Fussgänger und Velofahrer“ eingespart würden. Deutsche Laster in unseren engen Alpentälern, deutsche Flugzeuge über Basel, Kloten und Genf. Deutsche als Chefs unserer Banken und Verlagshäuser. Aus seriöser Quelle in Bern wird versichert: „Sie dienen uns und der Erhaltung unseres Wohlstands.“ Merke: Toll oder Tollhaus?
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15. April 2013 um 8:55
Philipp Müller, der in der Praxis und im Temperament ein Rennfahrer ist, gibt sich alle Mühe, aus der lahmenden FDP Schweiz einen attraktiven Sportwagen zu machen. Er scheitert offensichtlich ebenso wie Christophe Darbellay, der als Präsident der CVP bei weitem nicht geliefert hat, was man von ihm erwartete. Sie alle tanzen nur einen Sommer, mag der auch wenige Jahre dauern.
In der Wirtschaft ist dies kaum anders. Der deutsche Daimler-Konzern hat sich die Kosmetik-Managerin Andrea Jung zur globalen Image-Aufbesserung zugelegt. Die NZZ, erfolglos, hat unlängst Caroline Müller-Möhl in den Verwaltungsrat gewählt, wo sie bisher so wenig bewirkte wie bei den Unternehmen, in welche sie bisher investierte. Sie alle tanzen nur einen Sommer – bis die Realität sie erreicht.
Die Zeichen stehen nicht auf Kontinuität, sondern auf Schminke. Wer an der Börse investiert, tut gut daran, die „geschminkten Unternehmen“ von denjenigen zu unterscheiden, wo noch unternehmerisch gearbeitet wird. Während McKinsey in der Schweiz „into oblivion“ gesunken ist, triumphiert im provinziellen St. Gallen der fleissige Dauerdenker Prof. Dr. Fredmund Malik, dessen Rat global gesucht ist.
Show ist in den OECD-Staaten, angeführt von den USA, ein Teil des „courant normal“. Wer wirtschaftlich gesund überleben möchte tut gut daran, zwischen Form und Inhalt zu unterscheiden.
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1. Juni 2012 um 12:15
Da Klaus J. Stöhlker die angenehme Verpflichtung eingegangen ist, bis Ende September dieses Jahres das Manuskript seines neuen Buches abzuliefern, wird der Weblog „Early Bird“ bis zur Fertigstellung desselben Sommerpause machen. Wir danken allen Mitdenkern und Mitschreibenden für deren vielfältige Anregungen. Sie werden manches davon auch in meinen „Neuen Geschichten zur Lage des Landes“ wieder finden, zumal wir nicht damit rechnen dürfen, dass die paradiesischen Zustände, welche wir derzeit in der Schweiz, gemessen an denjenigen anderer Staaten, noch erleben dürfen, auf Dauer anhalten werden. Die Zeiten der Idylle, welche wir so gerne geniessen, sind vorüber.
26. März 2012
Veröffentlicht in Allgemein, Gesellschaft, Kommunikation, Kultur, Politik, Sport, Verwaltung, Wirtschaft | Keine Kommentare »
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