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Dumme Sprüche wirken nachhaltig

07.05.2018 um 15:36

Jetzt, wo Alexander Tschäppät, Tschäppät II. als Berner Stadtpräsident, mit 66 Jahren zu früh verstorben ist, fällt auf, wie die Medien ihn kennzeichnen: ?Mit Tschäppät verliert Bern seinen grössten Fan.? Sonst gab es nicht viel über ihn zu sagen; zuletzt entschied sich das Berner Stimmvolk gegen die von ihm vorgeschlagene Nachfolgerin.

Tschäppät nannte sich gerne selber den grössten Fan der Bundesstadt, die er einmal ?die schönste der Welt nannte.? Letzteres stimmt sicher nicht, obwohl der Stadtkern im Aarebogen sicher von grossem mittelalterlichem Reiz ist.

Der Ausdruck ?grösster Fan? gehört zu jener Kindersprache, die Mode geworden ist. Hinter ihm versteckt sich keinerlei messbare Qualität, denn Fan kann man von allem sein.

Noch schlimmer sind jene Politiker und sogar Unternehmer, die ?mit Herzblut? für etwas arbeiten. Ganz so, als sei Herzblut etwas ganz besonderes, was nicht der Fall ist. Diese oft zu hörende Aussage ist völlig bedeutungslos; schlimmer ist nur der Walliser Werbeslogan ?Wallis ? ins Herz g?meisselt?. Man muss sich derlei nur einmal vorstellen und wird sofort davon Abstand nehmen, denn die Sache kann nur blutig enden.

Natürlich trifft diese Befindlichkeit auf manche Walliserinnen und Walliser zu, die tatsächlich in einem sehr schönen Kanton von besonderer Eigenart leben. Wer zur Emigration gezwungen wurde, wird immer ?hemveh? ins Wallis haben.

Aber ihn ins einzelne Herz zu meisseln, ist eine Aussage, die sich mehr an die Walliser richtet als an jene Touristen, die man anzusprechen sucht. Solche Inserate und TV-Spots werden meist deshalb von den Verantwortlichen bewilligt, weil man sich damit seiner eigenen Würde bewusst werden will. In der Schule würde man sagen: ?Thema verfehlt, aber lustig.?.

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